Managed Services für kritische Infrastrukturen : Die Zukunft moderner Service-Betriebsmodelle entscheidet sich an der „Edge“
Die Zukunft moderner ServiceBetriebsmodelle entscheidet sich an der „Edge“ Cloud allein reicht nicht mehr aus. Wer Managed Services künftig sicher, effizient und skalierbar bereitstellen und betreiben will, muss die Wertschöpfung vom Netzwerkrand aus neu denken – mit einem vertrauenswürdigen Edge-Plattform-System.
Bis 2030 werden weltweit mehr als 29 Milliarden vernetzte Geräte Daten erzeugen, analysieren und austauschen. Gleichzeitig entstehen künftig rund drei Viertel aller Unternehmensdaten außerhalb klassischer Rechenzentren – direkt in Energieversorgungsnetzen, Krankenhäusern, Produktionsanlagen oder anderen dezentralen Umgebungen.
Diese Entwicklung verändert die Art und Weise, wie Managed Services bereitgestellt werden. Cyberabwehr, Datenanalysen, Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) oder digitale Betriebsservices müssen Unternehmen zunehmend dort stärken, wo Daten entstehen und Prozesse stattfinden. Besonders in kritischen Infrastrukturen lassen sich Daten aufgrund von Verfügbarkeits-, Sicherheits- und regulatorischen Anforderungen nicht immer zur Verarbeitung in zentrale Cloud-Umgebungen übertragen.
Künstliche Intelligenz ist ein zusätzlicher Technologietreiber. Während große Modelle weiterhin überwiegend in Rechenzentren trainiert werden, wandert ihre Nutzung zunehmend an den Netzwerkrand. KI-gestützte Analysen und Entscheidungen sollen dort erfolgen, wo Informationen entstehen – nahe an Prozessen, Anlagen und Nutzern. Der Fokus verschiebt sich von der Entwicklung digitaler Services auf deren sicheren Betrieb.
Die unterschätzte Komplexität der letzten Meile
Kritische Infrastrukturen und Industrieunternehmen betreiben heute eine Vielzahl verteilter Standorte und Systeme. Unterschiedliche Hersteller, technische Generationen, Kommunikationsprotokolle und Sicherheitsanforderungen treffen aufeinander. Edge-Anwendungen müssen verlässlich ausgerollt, Updates verteilt, Daten verarbeitet und Sicherheitsrichtlinien über hunderte oder tausende Standorte hinweg durchgesetzt werden.
Besonders sichtbar wird diese Herausforderung im industriellen Umfeld. Viele Unternehmen möchten Maschinen und Anlagen an Managed (Cloud) Services anbinden, Betriebsdaten für Analysen nutzen oder moderne Servicekonzepte etablieren. Gleichzeitig treffen moderne Anwendungen auf gewachsene Produktionsumgebungen mit oftmals jahrzehntealten Komponenten.
Die Erfahrung zeigt: Viele Projekte in diesem Umfeld scheitern nicht an den verfügbaren SoftwareAnwendungen, sondern an der fehlenden Infrastruktur, um diese Lösungen sicher, wirtschaftlich und skalierbar zu integrieren und zu betreiben.
Moderne kritische Infrastrukturen erfordern zentrale Überwachungs- und Steuerungssysteme. (Bild: secunet)
Wenn aus Vielfalt System wird
Erforderlich ist daher eine Infrastruktur, die unterschiedliche Welten miteinander verbindet. Eine Edge-Gateway-Plattform bildet dafür die Grundlage, indem sie sich direkt mit Netzwerk, Maschine oder System verbindet – auch dort, wo keine bestehende IT-Infrastruktur vorhanden ist. Sie stellt eine einheitliche Betriebsplattform bereit, auf der unterschiedliche Anwendungen, Sicherheitsdienste und Datenservices ausgeführt werden können. Statt individueller Standortarchitekturen entsteht eine gemeinsame technologische Basis für Rollout, Betrieb und Lifecycle-Management.
Dadurch lassen sich Services konsistent bereitstellen, zentral verwalten und einfach skalieren. Sicherheitsfunktionen, lokale Datenverarbeitung und Kommunikationsdienste werden auf einer sicheren Betriebsplattform konsolidiert. Gleichzeitig können neue Anwendungen und zukünftige Technologien – etwa KI-basierte Services – integriert werden.
Edge-Plattform als Enabler für Solution Provider
Für Solution Provider eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten. Ob Cyberabwehr, industrielle Datennutzung, Asset Monitoring, Prozessautomatisierung oder KI-Anwendungen – die Wertschöpfung entsteht durch die Lösung selbst.
Eine standardisierte Edgeplattform ermöglicht es, Services – ob On-Premises oder in der Cloud – auf einer bereits abgesicherten und skalierbaren Umgebung bereitzustellen. Dadurch verkürzen sich Implementierungszeiten, sinken Integrationsaufwände, und neue Lösungen gehen schneller in den Produktivbetrieb.
Im industriellen Umfeld schafft dies beispielsweise die Grundlage, Maschinen und Anlagen sicher an Managed Services anzubinden sowie Betriebsdaten für Wartungs- und Servicekonzepte umzusetzen. Infrastrukturkompetenz und Lösungskompetenz ergänzen sich dabei und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für Betreiber.
Die Grundlage für skalierbare Managed Services
Noch deutlicher werden die Vorteile für Service Provider. Viele moderne Dienstleistungen basieren auf kontinuierlichem Betrieb, regelmäßigen Updates und zentralem Management. Gleichzeitig müssen diese Services häufig in hochregulierten, verteilten oder sicherheitskritischen Umgebungen bereitgestellt werden.
Ohne eine geeignete Infrastruktur entstehen hohe Betriebsaufwände. Jede Installation entwickelt sich zum Einzelprojekt, Teams müssen Updates individuell einspielen und Sicherheitsfunktionen mehrfach aufbauen.
Eine moderne Edge-Plattform standardisiert diesen Betrieb und ermöglicht automatisierte Installation, Updates und Remote-Management. Dadurch konsolidiert die Plattform Sicherheitsfunktionen, Datenverarbeitung und Partnerlösungen, was den operativen Aufwand erheblich reduziert und Skalierbarkeit sowie Betriebssicherheit erhöht. Managed Services lassen sich so effizient über viele Standorte hinweg bereitstellen und zentral steuern.
Vom Einzelprojekt zur einheitlichen Betriebsplattform
Ein Beispiel für einen solchen Ansatz ist secunet edge. Die Plattform entwickelte secunet, um Managed (Cloud) Services sicher, standardisiert und skalierbar in verteilte Infrastrukturen zu bringen und die Anforderungen von Infrastrukturbetreibern, Solution Providern und Service Providern auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage zu verbinden. Sie ermöglicht zusätzlich die sichere Integration unterschiedlicher Anlagen, schützt Kommunikationswege und stellt eine vertrauenswürdige Laufzeitumgebung bereit. So können Unternehmen ihre Maschinen vernetzen, ohne zusätzliche Sicherheitsrisiken zu schaffen.
Die nach dem Prinzip „Security by Design“ entwickelte Edge-Gateway-Plattform vereint lokale Datenverarbeitung, sichere Kommunikation sowie zentrale Verwaltungs- und Betriebsfunktionen. Automatisierte Rollout-, Updateund Lifecycle-Prozesse sorgen dafür, dass sowohl die Plattform als auch Managed Services effizient und mit minimalem Administrationsaufwand betrieben werden können.
Praxisbeispiele zeigen bereits, wie sich dieser Ansatz umsetzen lässt. Gemeinsam mit Partnern wie Securepoint sowie DCSO und Tenzir werden Sicherheitsservices und Cyberabwehr durch lokale Datenanalyse näher an die Quelle relevanter Telemetriedaten gebracht.
Die Zukunft digitaler Services wird nicht allein in der Cloud entschieden. Sie entsteht dort, wo digitale Innovation auf reale, verteilte und kritische Betriebsumgebungen trifft – an der Edge.
Die Edge-GatewayPlattform fungiert als Knotenpunkt für die Integration verschiedener Infrastrukturkomponenten. (Bild: secunet))


