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Security Essen: Vernetzte Sicherheit im Fokus

Auch die „klassische“ Sicherheitswirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Künstliche Intelligenz sorgt für rasante Innovationsimpulse und der Schutz kritischer Infrastrukturen gewinnt angesichts wachsender Cyberbedrohungen und geopolitischer Entwicklungen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Unternehmen, Behörden und Betreiber, physische und digitale Sicherheit ganzheitlich zu denken. Wie diese Entwicklung die Branche verändert und welche Lösungen den Markt künftig prägen werden, ist Thema der Security Essen vom 22. bis 25. September 2026. Als internationale Leitmesse der Sicherheitswirtschaft bringt sie rund 500 Aussteller aus 40 Nationen zusammen und bietet Fachbesuchern einen umfassenden Überblick über aktuelle Angebote und Trends.

Mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm schafft die Security Essen zusätzliche Plattformen für Wissenstransfer, Diskussionen und Networking zwischen Herstellern, Anwendern, Wissenschaft, Verbänden und Behörden. Den Auftakt bilden am 22. September der Tag der Aus- und Weiterbildung, den der BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Messe Essen durchführt, sowie der Tag der Blaulichtorganisationen, der vom Ebner Verlag organisiert wird. Ebenfalls am ersten Messetag startet die mit Datakontext organisierte DNS – Digital Networking Security Conference, die sich am 22. und 23. September mit aktuellen Entwicklungen rund um Cybersecurity, digitale Resilienz und vernetzte Sicherheitslösungen beschäftigt.

Mit dem Europäischen Drohnenkongress am 23. und 24.  September, organisiert vom BDSW, rückt ein Technologiefeld in den Mittelpunkt, das sowohl für zivile Sicherheitsanwendungen als auch für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der von der European Security Systems Association (ESSA) e.V. organisierte Tag der Banken und Sparkassen beleuchtet am 24. September aktuelle Herausforderungen und Lösungen für den Schutz von Finanzinstituten.

Am 25.  September widmet sich das KRITIS Spotlight im Forum in Halle 7 dem Schutz kritischer Infrastrukturen. Während der gesamten Messelaufzeit lädt außerdem das Security Experts Forum zu praxisnahen Fachvorträgen und Diskussionen ein: Dort präsentieren Aussteller ihre Innovationen und geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Best Practices und neue Technologien. (www.security-essen.de)

Erfahrung und Kommunikationsstärke sorgen für Vertrauen

Eine Umfrage von ISC2 unter 796 Cybersecurity-Fachkräften weltweit zeigt: Vertrauen in Sicherheitsverantwortliche entsteht heute weniger durch reine Technikexpertise als durch strategische Führung, klare Kommunikation und Erfahrung im Krisenmanagement. Nur knapp die Hälfte der Befragten (49 %) zeigte sich beim Vertrauen in die eigene Cybersecurity-Führungsebene sehr oder äußerst zuversichtlich. Dementsprechend äußerte etwas mehr als die Hälfte nur mäßiges bis gar kein Vertrauen – ein Umstand, der den Verantwortlichen für Cybersicherheit Anlass zur Sorge geben sollte (vgl. Abb. auf S. 85).

Die Studie ergab, dass die wichtigsten Eigenschaften für eine glaubwürdige Führung darin bestehen, der Geschäftsleitung und den Vorständen Cyberrisiken klar zu vermitteln (95 %), eine strategische und langfristige Vision für die Cybersicherheit zu haben (91 %) sowie die Fähigkeit zu besitzen, effektiv mit der Geschäftsleitung und den Vorständen zusammenzuarbeiten, um die erforderlichen Mittel zu sichern (88 %). Transparenz, der Aufbau und die Führung leistungsstarker Teams sowie die Fähigkeit, unter Druck besonnene Entscheidungen zu treffen, wurden ebenfalls als entscheidende Führungsqualitäten identifiziert.

Bemerkenswert ist das Ergebnis, dass frühere Erfahrungen mit größeren Cybervorfällen die Glaubwürdigkeit von Führungskräften deutlich verstärkt: 76 % der Befragten bewerten die Leitung eines schwerwiegenden Sicherheitsvorfalls als positiven Erfahrungsschatz  – unabhängig vom Ausgang des Incidents.

Eine effektive Führung im Bereich Cybersicherheit kann sich zudem heute nicht mehr allein durch technisches Fachwissen definieren: Nur 75 % bewerten technische Expertise als besonders wichtig – deutlich weniger als die strategischen und kommunikativen Fähigkeiten. Gleichzeitig wünschen sich 71 % der Befragten von Cybersecurity-Führungskräften eine ausgewogene Kombination aus technischer Expertise und Managementkompetenz. Als weitere zentrale Faktoren für das Vertrauen in Führungskräfte nennen die Befragten Transparenz, ethisches Verhalten und die Förderung ihrer Teams.

Die vollständigen „Insights“ in die ISC2-Studie „2026 ISC2 CISO Trust and Confidence Survey“ sind unter www.isc2.org/Insights/2026/05/cybersecurity-pros-want-leaders-who-have-been-through-a-major-incident in englischer Sprache nachzulesen. (www.isc2.org)

KI-Code: Erst gelobt, dann verflucht?

Der „2026 State of AI Coding Report“ von New Relic beleuchtet einen zentralen Widerspruch der Vibe-Coding-Ära: Während beim Review 94 % der befragten Führungskräfte KI-generierten Code als qualitativ hochwertiger bewerteten als von Menschen geschriebenen Code, bewirke dessen Nutzung nach dem Go-live erhebliche Folgekosten. Der Studie zufolge berichten 78 % der Befragten von einem Anstieg der Incidents und 86 % sagten, dass Senior Engineers mehr Zeit damit verbrächten, Code zu reparieren und Fehler zu beheben.

Zudem gaben 74 % an, dass mindestens 25 % des KI-generierten Codes im Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate erheblich überarbeitet werden mussten. 82 % hatten in den vorausgegangenen sechs Monaten sogar mindestens einen Produktionsausfall erlebt, der auf KI-generierten Code zurückzuführen war – lediglich 19 % der befragten Unternehmen berichteten, in diesem Zeitraum keinerlei Probleme mit KI-generiertem Code gehabt zu haben.

Für den gemeinsam mit Hanover Research durchgeführten Report wurden 200 in den USA ansässige Technologie-Entscheider aus den Bereichen IT und Engineering befragt, die alle in Vollzeit bei Unternehmen beschäftigt seien und generative KI für die Software-Entwicklung nutzen. Alle Befragten seien auf Managementebene oder höher tätig und verfügen über maßgebliche Entscheidungsbefugnis beim Softwarekauf (einschließlich Directors, VPs und C-Level-Führungskräften).

Die von New Relic in einer Studie befragten Unternehmen lassen Vibe-Coding zum überwiegenden Teil offiziell für die Produktion zu (N=200).

Als weitere zentrale Erkenntnis des Reports nennt das Unternehmen, dass Vibe-Coding mittlerweile in der Produktion angekommen sei: Die Phase, in der das nur in einer Sandbox stattgefunden hat oder ein rein persönliches produktivitätssteigerndes Werkzeug war, sei vorüber. Fast 88 % der Unternehmen haben demnach Vibe-Coding in formelle Produktionsrichtlinien aufgenommen – nur 5 % beschränken die Nutzung auf Nicht-Produktionsumgebungen und niemand verbietet sie gänzlich.

Die Code-Erstellung verlagert sich demnach im großen Umfang auf KI – und das längst nicht mehr nur in Start-ups. Laut New Relic gaben zwei Drittel (67 %) der befragten IT-Entscheider an, dass KI zwischen 51 % und 75 % der wöchentlichen Code-Produktion ihres Unternehmens generiere (vgl. Abb.) oder einem signifikanten Refactoring unterziehe.

Die von New Relic in einer Studie befragten Unternehmen lassen Vibe-Coding zum überwiegenden Teil offiziell für die Produktion zu (N=200).

Als weitere zentrale Erkenntnis des Reports nennt das Unternehmen, dass Vibe-Coding mittlerweile in der Produktion angekommen sei: Die Phase, in der das nur in einer Sandbox stattgefunden hat oder ein rein persönliches produktivitätssteigerndes Werkzeug war, sei vorüber. Fast 88 % der Unternehmen haben demnach Vibe-Coding in formelle Produktionsrichtlinien aufgenommen – nur 5 % beschränken die Nutzung auf Nicht-Produktionsumgebungen und niemand verbietet sie gänzlich.

Die Code-Erstellung verlagert sich demnach im großen Umfang auf KI – und das längst nicht mehr nur in Start-ups. Laut New Relic gaben zwei Drittel (67 %) der befragten IT-Entscheider an, dass KI zwischen 51 % und 75 % der wöchentlichen Code-Produktion ihres Unternehmens generiere (vgl. Abb.) oder einem signifikanten Refactoring unterziehe.

Anteil des wöchentlichen Codes, der KI-generiert ist oder durch KI einem maßgeblichen Refactoring unterzogen wurde (N=200)

„AI-Coding-Agents vervollständigen nicht mehr nur einzelne Codezeilen. Inzwischen sind sie Treiber für den Großteil der Softwareentwicklung in Unternehmen“, sagt Klaus Kurz, Senior Director Solution Consulting, CE/ EE/MENA, bei New Relic. „Unser Report zeigt einen alarmierenden Trend: die rasante Anhäufung dessen, was wir ‚Agent-Debt‘ nennen. Zwar wird der von Agents erzeugte Code in frühen Reviews häufig als schnell und hochwertig wahrgenommen. Gleichzeitig übernehmen Teams damit unbemerkt Architektur- und Designentscheidungen, die nicht ausreichend geprüft sind und die sich später im Produktivbetrieb in Form von Störungen bemerkbar machen. Wege zu finden, diese ‚Agent-Debt‘ zu begrenzen, wird damit zu einer zentralen Aufgabe für Engineering-Organisationen.“

Dabei zeige sich nicht selten ein blindes Vertrauen im frühen Entwicklungsprozess: Die Studiendaten deuten auf ein tiefgreifend fehlgeleitetes Vertrauen im frühen Lebenszyklus von KI-Code hin, stellt der Herausgeber fest. Fast zwei Drittel der Technologie-Führungskräfte (62 %) berichten, dass ihre Teams KI-generiertem Code oft so weit vertrauen, dass sie ihn ohne manuelle zeilenweise Überprüfung ausliefern.

Angesichts der nachgelagerten Komplexität maschinell erstellten Codes stufen 96 % der technischen Führungskräfte Observability im Umgang mit KIgeneriertem Code konsequenterweise als „sehr wichtig“ oder „äußerst wichtig“ ein – kein Befragter hielt sie für „wenig wichtig“ oder „gar nicht wichtig“. Dabei verlagern Engineering-Teams die Observability zunehmend in frühere Lebenszyklusphasen der Code-Generierung. Knapp vier von fünf Teams (78 %) weisen KI-Tools inzwischen per Prompt an, konkrete Telemetriedaten wie Logs, Traces und Metriken direkt in den generierten Code zu integrieren, damit dieser sich von Anfang an tracken lasse.

Der „2026 State of AI Coding Report“ steht über https://newrelic.com/de/resources/report/2026-state-of-ai-coding als 19-seitiges PDF auf Deutsch zum kostenfreien Download bereit (Registrierung erforderlich) – über https://newrelic.com/de/blog/ai/state-of-ai-coding-2026 ist ein englischsprachiger Blogbeitrag mit wichtigen Einzelergebnissen verfügbar. (https://newrelic.com/de)

Kostenfreie Kurse zur CRA-Vorbereitung

Die Eclipse Foundation hat im Juni gemeinsam mit der Open Regulatory Compliance Working Group den Start des ORC Learning Hub bekannt gegeben. Die kostenfreie globale Bildungsinitiative wurde entwickelt, um Personen, die für Entwicklung, Betrieb, Absicherung und/oder Governance von Open-Source-Software (OSS) verantwortlich sind, bei der Vorbereitung auf den EU Cyber-Resilience-Act (CRA) zu unterstützen.

Das Programm bietet laut Anbieter praxisnahe, rollenspezifische Trainings für Open-Source-Entwickler, Maintainer, Contributors, Projektverantwortliche, Produktteams, Security- und Compliance-Experten, Open-SourceProgram-Office-(OSPO)-Leitungen sowie Rechtsabteilungen. Die Plattform bündele Expertise aus dem Open-Source-Ökosystem, der Industrie sowie regulatorischen Fachbereichen. Ziel ist es, Organisationen zu vermitteln, wie der CRA in realen Anwendungsszenarien greift und welche konkreten Maßnahmen erforderlich sind.

Im Kern umfasse der ORC Learning Hub ein modulares Trainingsprogramm, das Organisationen schrittweise durch die Vorbereitung auf den CRA führen soll. Die ersten beiden Module „Einführung in den CRA für Open-Source-Software“ sowie „Einführung in den CRA für Hersteller“ stehen bereit, weitere zu Software-Bills-of-Materials (SBOMs), Due Diligence und Vulnerability-Management sollen in Kürze folgen. Das Angebot ist kostenfrei (Registrierung erforderlich) und über https://orcwg.org/training/weltweit verfügbar – Organisationen und Open-Source-Stakeholder werden ermutigt, sich frühzeitig auf die Anforderungen des CRA vorzubereiten und die Veröffentlichung weiterer Module zu verfolgen. (www.eclipse.org / https://orcwg.org)

Disziplin auch unter Druck

Die Verantwortung für Cyberresilienz liegt in deutschen Unternehmen weiterhin vor allem bei IT- und Sicherheitsteams, was den Druck auf ohnehin stark beanspruchte Ressourcen erhöht, besagt eine Studie von ManageEngine, für die unter anderem 302 Personen in Deutschland befragt wurden – von ITAdministratoren über Sicherheitsanalysten bis hin zu Führungskräften. Rund ein Drittel der Befragten beschreibt die eigenen Teams als dauerhaft stark ausgelastet, überlastet oder im Krisenmodus. Gleichzeitig erschweren Kompetenzlücken, ein Mangel an qualifizierten Fachkräften und eine zu starke Abhängigkeit von manuellen Prozessen den Arbeitsalltag vieler Organisationen.

Trotz dieser deutlichen Herausforderungen zeigen deutsche Unternehmen insgesamt eine hohe operative Disziplin. Nahezu alle Befragten (95 %) gaben an, nach einem Cybervorfall eine formelle Auswertung durchzuführen. Mehr als die Hälfte (53 %) setzt gezielte Verbesserungen auf der Grundlage gewonnener Erkenntnisse um. Weitere 38 % ergreifen umfassendere, langfristige Maßnahmen, um ihre Resilienz zu stärken. Darüber hinaus verfügen 95 % der Befragten über eine formelle Backup-Strategie und 92 % berichten von klar definierten Verantwortlichkeiten für den Umgang mit Cybervorfällen.

Ein Ergebnisreport der Studie „Owning Operational Resilience in 2026“ mit weiteren und internationalen Ergebnissen ist über https://insights.manageengine.com/survey/operational-resilience-of-uk-and-european-businesses-in-2026/ verfügbar (Downloadoption bei Registrierung). (www.manageengine.com)

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