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Zugriff kontrollieren, Compliance belegen, Kommunikation schützen : Warum Compliance heute bei der Umsetzung an Grenzen stößt und was sich grundlegend ändern muss

Organisationen in regulierten Branchen investieren erhebliche Ressourcen in die Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Sie dokumentieren Prozesse, definieren Richtlinien und bereiten Audits vor. Gleichzeitig steigen die Anforderungen weiter, sowohl in Umfang als auch in Dynamik. Regulatorische Vorgaben werden komplexer, IT-Landschaften heterogener und organisatorische Abläufe zunehmend vernetzt. Daraus ergibt sich eine zentrale Herausforderung für die Praxis: Compliance im operativen Alltag konsistent umzusetzen, wird zunehmend aufwendig.

Lesezeit 4 Min.

In vielen Organisationen ist Compliance stark dokumentengetrieben. Anforderungen aus Normen und Regulierungen wie ISO/IEC 27001, der Network and Information Security Directive 2 (NIS-2) oder dem Digital Operational Resilience Act (DORA) werden erfasst, interpretiert und in Richtlinien überführt. Audits prüfen deren Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit.

Die Umsetzung dieser Vorgaben erfolgt jedoch häufig fragmentiert. Prozesse sind verteilt, Zuständigkeiten unklar, und technische Systeme nur lose miteinander verbunden. Das treibt den Abstimmungsaufwand in die Höhe. Ob Anforderungen tatsächlich durchgängig eingehalten werden, lässt sich oft nur mit erheblichem manuellem Aufwand beantworten.

Die Compliance Execution Platform von BAYOOSOFT integriert regulatorische Anforderungen über einen Compliance Layer (Themis) und einen Identity Layer (Access Manager) in die bestehende ITSystemlandschaft

Das strukturelle Problem: Getrennte Welten

Ein wesentlicher Grund liegt in der Trennung der beteiligten Disziplinen. Governance-, Risk- und Compliance-(GRC)-Funktionen strukturieren Anforderungen und stellen deren Nachweisbarkeit sicher. Die operative IT setzt Prozesse um, etwa im Identity- und Access-Management. Sicherheitsmaßnahmen schützen Systeme und Daten auf technischer Ebene.

In der Praxis greifen diese Bereiche jedoch häufig nicht durchgängig ineinander. Anforderungen werden definiert, ohne sie direkt in operative Abläufe zu übertragen. Umgekehrt werden technische Maßnahmen umgesetzt, ohne dass ihre regulatorische Einordnung jederzeit transparent ist. Es entstehen Insellösungen, die für sich funktionieren, aber kein konsistentes Gesamtbild ergeben.

Warum bestehende Ansätze nicht ausreichen

Die etablierten Systeme erfüllen ihre Aufgaben gut, jedoch jeweils für sich. Das eigentliche Problem entsteht dort, wo die Verbindung zwischen Anforderung, Umsetzung und Kontrolle fehlt.

Klassische Ansätze setzen oft erst auf Ebene der Dokumentation an. Anforderungen sind beschrieben und nachweisbar, aber nicht durchgängig mit den operativen Prozessen verknüpft, in denen sie wirksam werden sollen. Die Umsetzung erfolgt dann nachgelagert und häufig losgelöst von ihrer ursprünglichen regulatorischen Herleitung. Es fehlt weniger an Funktionalität als an einem übergreifenden Modell, das Anforderungen strukturell mit ihrer operativen Umsetzung verbindet.

Compliance Execution: Vom Nachweis zur Umsetzung

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich ein Ansatz, der Compliance nicht länger primär als Dokumentationsaufgabe versteht, sondern als operativen, durchgängigen Prozess. Compliance Execution beschreibt, wie regulatorische Anforderungen systematisch in konkrete Abläufe überführt und im Alltag wirksam gehalten werden. Der Fokus verschiebt sich damit: weg von der Frage, was gelten soll, hin zu der Frage, wie sichergestellt wird, dass diese Vorgaben tatsächlich eingehalten werden.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis verdeutlicht diese Herausforderung: Ändert sich die Rolle eines Mitarbeiters, müssen Zugriffsrechte angepasst, Genehmigungsprozesse berücksichtigt und unter Umständen auch der Zugriff auf sensible Informationen neu geregelt werden. In vielen Organisationen erfolgt dies heute noch manuell und verteilt über mehrere Systeme hinweg.

Im Sinne von Compliance Execution werden solche Änderungen strukturiert gesteuert, systemübergreifend umgesetzt und kontinuierlich nachvollzogen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der minimalen Rechtevergabe.

Im Kern geht es darum, Anforderungen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie direkt mit den Prozessen zu verknüpfen, in denen sie umgesetzt werden – etwa mit Genehmigungsabläufen, Rollenmodellen oder technischen Zugriffskontrollen. Zentral ist dabei eine konsistente Modellierung von Anforderungen. Inhalte werden nicht mehrfach gepflegt, sondern strukturiert geführt und wiederverwendet. Änderungen wirken sich dadurch unmittelbar auf alle abhängigen Prozesse und Nachweise aus.

Auf dieser Basis lassen sich Anforderungen nicht nur überprüfen, sondern aktiv umsetzen, etwa durch automatisierte Abläufe oder systemseitig erzwungene Regeln. Gleichzeitig entsteht ein kontinuierlicher Regelkreis: Änderungen werden bewertet und in die operative Umsetzung überführt. Compliance wird so zu einem dynamischen System, das fortlaufend angepasst und stabil gehalten wird.

Nutzen für Organisationen

Der Mehrwert zeigt sich vor allem in der Durchgängigkeit. Wenn Anforderungen, Prozesse und Systeme miteinander verknüpft sind, entsteht ein konsistenteres Gesamtbild. Abstimmungsaufwände sinken, und die Nachvollziehbarkeit steigt deutlich.

Gleichzeitig können Organisationen schneller auf Veränderungen reagieren. Neue Anforderungen lassen sich strukturierter bewerten und in bestehende Abläufe integrieren. Compliance wird damit nicht nur effizienter, sondern auch robuster.

Compliance Execution ersetzt bestehende Systeme jedoch nicht. Vielmehr verbindet der Ansatz vorhandene Lösungen zu einem durchgängigen Modell. GRC-Strukturen, operative IT und Sicherheitsmechanismen bleiben erhalten, werden aber enger miteinander verzahnt.

Ausblick

Mit Regulierungen wie NIS-2, DORA oder dem CRA steigt die Komplexität der Anforderungen weiter. Gleichzeitig werden IT-Landschaften dynamischer. Isolierte Ansätze stoßen hier zunehmend an Grenzen. Gefragt sind Modelle, die Anforderungen, Prozesse und technische Umsetzung systematisch verbinden. Compliance Execution beschreibt genau diesen Entwicklungsschritt.

Erste Plattformansätze greifen diese Idee auf und kombinieren unterschiedliche Perspektiven: die strukturierte Modellierung von Anforderungen, deren direkte Verknüpfung mit operativen Prozessen sowie die kontinuierliche Sicherstellung der Umsetzung im laufenden Betrieb.

BAYOOSOFT setzt mit seinen Compliance-Execution-Lösungen genau hier an. Während BAYOOSOFT Themis Anforderungen nicht nur dokumentiert, sondern konsistent modelliert und mit Prozessen verknüpft, stellt der Access Manager sicher, dass die Vorgaben in den angebundenen Systemen nicht nur umgesetzt, sondern dauerhaft eingehalten werden – unter anderem durch kontinuierliche Überprüfung und automatisierte Korrektur von Abweichungen.

 

Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Nachweisführung hin zur tatsächlichen Wirksamkeit von Compliance im operativen Alltag.

Mehr Informationen zum Thema gibt es im kostenfreien Whitepaper von BAYOOSOFT