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Messevorschau : it-sa 2026

Vom 27. bis 29. Oktober findet die it-sa in Nürnberg statt. Unsere Vorschau liefert Einblicke zu Ausstellern, Produkten und zum Rahmenprogramm der Messe.

Lesezeit 9 Min.

Same procedure as every year: Die IT-Sicherheitsbranche trifft sich im Oktober erneut in Nürnberg. Die it-sa Expo&Congress gilt nach Angaben der NürnbergMesse als größte europäische Fachmesse für IT-Sicherheit. 2025 verzeichnete sie mit rund 990 Ausstellern und 28 000 Fachbesuchern aus 64 Ländern einen neuen Höchststand – ein Plus von rund 9 % gegenüber dem vorausgegangenen Jahr.

Auch 2026 stehen offene Foren inmitten der Ausstellungsflächen und für Besucher frei zugänglich auf dem Plan. Laut Veranstalter umfasst das Vortragsangebot mehr als 400 Beiträge und soll die gesamte Bandbreite der Cybersicherheit abdecken – von Technik über Management bis zu rechtlichen Themen (www.itsa365.de/de-de/it-sa-expo-congress/besuchen/rahmenprogramm). Die Reihe it-sa insights bündelt erneut produktneutrale Vorträge und Diskussionsrunden.

Ergänzt wird das Messeangebot durch den Congress@it-sa (www.itsa365.de/de-de/actions-events/events/congress-it-sa), der bereits am Montag vor Messebeginn startet und bis zum letzten Messetag im Kongresszentrum NCC Ost läuft. Verbände, Branchenvereinigungen und Aussteller bringen dort eigene Inhalte ein. Vorgesehen sind unter anderem Veranstaltungen zur Umsetzung des Cyber-Resilience-Act (CRA), darunter „CRAft-Happen – Der Cyber Resilience Act kompakt“ mit Beteiligung von Bitkom und BSI sowie ein mehrstündiger BSI-Block zu den CRA-Anforderungen. Weitere Sessions behandeln die Themen NIS-2, OT-Hacking, Planspiele zur Cyberlage sowie Incident-Response und Forensik. Für den Kongress ist ein gesondertes Ticket erforderlich.

Wer nicht nach Nürnberg reisen kann, findet über die ganzjährige Plattform it-sa 365 (www.itsa365.de) weiterhin einen digitalen Zugang. Der hybride Kanal it-sa@home (www.itsa365.de/de-de/actions-events/events/itsa-at-home) überträgt ausgewählte Vorträge und ermöglicht Live-Interviews mit Ausstellern.

Produkte und Aussteller

ADN wendet sich mit seinem Messeauftritt an Systemhäuser, Managed-Service-Provider (MSPs) und IT-Dienstleister. Der Value-Added-Distributor (VAD) will an zwei Ständen zeigen, wie sich Security-, KI- und Cloud-Themen zu Kundenlösungen kombinieren lassen – von Backup und Identity-Management bis zu Governance-Anforderungen beim KI-Einsatz. Rund ein Dutzend Hersteller sind nach eigenen Angaben am Messestand vertreten, darunter Microsoft, IGEL und IONOS. Die ADN Akademie werde zudem das Angebot um Qualifizierungs- und Presales-Unterstützung ergänzen.

Halle 8, Stand 316 und 424, www.adn.de

Öffnungszeiten: Dienstag (27. Okt.) und Mittwoch (28. Okt.) von 9 bis 18 Uhr, Donnerstag (29. Okt.) von 9 bis 17 Uhr

  • Tageskarte: 72 €
  • Dauerkarte: 120 €
  • Kongressticket: 1500 €
  • Parkticket: 14 €

Web: www.itsa365.de

Das Messe-Special „it-sa 2026 – Trends, Produkte und Lösungen“ (Verlagsbeilage) finden Sie in dieser Ausgabe nach Seite 80 eingeheftet.

[BILDPLATZHALTER: Gedränge zwischen den Ständen. Bildunterschrift: „Zur it-sa 2025 zählte die NürnbergMesse 28 267 Fachbesucher aus 64 Ländern – gut neun Prozent mehr als im Jahr zuvor.“ Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger]

Wie sich sichere und richtlinienkonforme IT-Infrastrukturen realisieren lassen, will sysob auf 150 Quadratmetern Fläche zeigen. Der zur CMS Distribution gehörende Value-Added-Distributor versammelt dort 17 Partner – im Vordergrund stehen NIS-2, KI und digitale Souveränität. Die gezeigten Lösungen reichen dem Unternehmen zufolge von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), Identitätsmanagement und AI-Governance über Firewalls und Endpoint-Security bis zu Managed File-Transfer und E‑Mail-Sicherheit. Hinzu kommen Werkzeuge zur WLAN-Planung und -Analyse, Lösungen für Server-Based Computing (SBC) und Virtual-Desktop-Infrastructure (VDI) sowie Enterprise-Speichersysteme. Eigene Counter betreiben unter anderem Clavister mit NextGen-Firewalls im Livebetrieb, Netwrix, Stormshield und Infinidat; neu im Portfolio seien Veracode, Versasec und Varios AI.

Halle 7, Stand 512, www.sysob.com

E-Mail- und M365-Sicherheit

Unter dem Leitmotiv „AI at the Core. Control in Every Orbit.“ zeigt Hornetsecurity by Proofpoint seinen integrierten Ansatz aus Security, Backup sowie Governance, Risk and Compliance (GRC) für Microsoft 365. Die Komponenten greifen nach Anbieterangaben auf einer Plattform ineinander: KI soll dabei helfen, Angriffsmuster und verdächtige Aktivitäten früher zu erkennen und einzuordnen. Der Stand sei als „Space-Command“ inszeniert und in mehrere Bereiche gegliedert: In der Partner- und Distributions-Area „Mission-Control“ präsentieren acht Partner und fünf Distributoren aus dem Hornetsecurity-Ökosystem ihr Lösungsportfolio an eigenen Democountern. Im „Flight-Deck“ soll eine 180-Grad-Inszenierung zeigen, wie Risiken zunehmen, wenn Microsoft-365-Umgebungen aus dem Ruder laufen. Neu im Standprogramm sei zudem eine Paneldiskussion mit externen Sprechern.

Halle 8, Stand 510, www.hornetsecurity.com

NoSpamProxy stellt mit Protection ATP (Advanced Threat-Protection) eine Erweiterung seines mehrstufigen Sicherheitsansatzes vor. Dazu zählen laut Hersteller der 32Guards DeepFile Analyzer, der verdächtige Inhalte vor der Zustellung erkennen soll, sowie 32Guards Recall, mit dem sich E‑Mails nachträglich automatisch aus Postfächern entfernen lassen, sobald neue Erkenntnisse auf eine Bedrohung hindeuten. Die ATP-Funktionen enthalte auch Server 16.2, das neue Release der On-Premises-Lösung des Paderborner Anbieters: Es basiere auf .NET 10 und bringe unter anderem Open-Telemetry-Unterstützung sowie die Ablösung der NTLM-basierten Authentifizierung durch Basic Authentication mit. Die Anti-Malware-Intelligenz 32Guards, die Metadaten von E‑Mails analysiere und deren Datenbasis schwerpunktmäßig den deutschsprachigen Raum abdecke, will der Hersteller künftig auch für andere Anbieter von Sicherheitslösungen öffnen. Zu sehen sei zudem die aktuelle Version der DMARC-Reporting-Lösung 25Reports.

Halle 7, Stand 429, www.nospamproxy.de

Auf den Schutz von Microsoft-365-Tenants zielt CoreView mit seiner gleichnamigen Plattform. Sie soll Transparenz über Berechtigungen, Konfigurationen und Zugriffskontrollen herstellen, Manipulationen und Fehlkonfigurationen frühzeitig erkennen und gewünschte Tenant-Konfigurationen nach einem Vorfall wiederherstellen. Ohne eigene Sicherung von Berechtigungen, Freigaben und Konfigurationen könne sich die Wiederherstellung einer Umgebung über Tage oder Wochen hinziehen, argumentiert der Anbieter. Er verweist dabei auf den selbst herausgegebenen Report „State of Microsoft 365 Security and Governance 2026“: Demnach gehen 37 % der Befragten fälschlicherweise davon aus, dass Microsoft Konfigurationsstände automatisch sichert. Bei mehr als der Hälfte (54 %) jener Unternehmen, die ihre Microsoft-365-Sicherheit als ausgereift oder fortgeschritten einstufen, fehle zudem mindestens eine grundlegende Schutzmaßnahme – etwa Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für administrative Konten oder die Erkennung von Konfigurationsänderungen. Zwei Drittel der Unternehmen hätten die Einführung von Microsoft Copilot verschoben oder begrenzt, weil sie die Offenlegung vertraulicher Daten befürchten.

Halle 7, Stand 545, www.coreview.com

OT-Sicherheit

Über klassische Umgebungen der Operational Technology (OT) hinaus will Claroty die Absicherung sämtlicher cyberphysischer Systeme (CPS) adressieren – von der Gebäudetechnik über Fertigungsanlagen bis zu medizinischen Geräten und unternehmensweiten Systemen des Internet of Things (IoT). Anlass sind auch neue regulatorische Vorgaben: Mit dem Cyber-Resilience-Act (CRA) müssen Hersteller und Betreiber vernetzter Produkte in der EU Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus nachweisen, von der Entwicklung über das Schwachstellenmanagement bis hin zur Software-Stückliste (Software Bill of Materials, SBOM). Häufig fehle Unternehmen jedoch schon die grundlegende Transparenz über ihre CPS-Assets. Hier setze die Plattform xDome an, die einen Überblick über alle vernetzten Assets, deren Software-Komponenten und Schwachstellen liefern soll. Eine Impact-zentrierte Risikominimierung soll zudem zeigen, welche Auswirkungen die Störung einzelner Assets auf die Umgebung hätte. Wie dringlich das ist, belege der Report „State of CPS Security: Data Center Exposures“ des Anbieters: Demnach weise jedes fünfte CPS in Rechenzentren – etwa Systeme für Heizung, Lüftung und Klimatechnik (HLK) oder unterbrechungsfreie Stromversorgungen – gravierende Sicherheitslücken auf.

Halle 7, Stand 538, www.claroty.com

Siemens zeigt am Messestand seinen Defense-in-Depth-Ansatz für die Absicherung industrieller Anlagen. Schwerpunkt soll nach Anbieterangaben die Konvergenz von IT und OT sein. Angekündigt ist unter anderem eine Zero-Trust-Lösung, die Kommunikationsbeziehungen in einem Overlay-Netzwerk virtualisiert und Geräte über eine zentrale Rechteverwaltung sowie ein Verbindungsmanagement schützen soll; einen Produktnamen nennt der Anbieter bislang nicht. Weitere Themen sind mit Scalance S675 ein Sicherheits-Gateway in Verbindung mit Edge-Anwendungen, ein als KI-gestützt beworbenes „Industrial Automation DataCenter“ sowie OT-Security-Operations mit Monitoring, Bedrohungserkennung und Incident-Response im Dauerbetrieb.

Halle 7, Stand 526, www.siemens.com

Endgeräte- und IT-Management

Mit Proactive Hub zeigt baramundi eine cloudnative Plattform für Endpoint-Operations, die Analyse, Priorisierung und Problembehebung zusammenführen soll. Sie erfasse Indikatoren zur Digital-Employee-Experience (DEX), verknüpfe sie mit Sicherheitsdaten und Endgeräte-Analytik und leite daraus per KI-gestützter Auswertung priorisierte Handlungsempfehlungen ab, die Administratoren direkt über den Proactive Hub umsetzen können sollen. Automatisiertes Software- und Patch-Management gehört nach Anbieterangaben ebenfalls zum Funktionsumfang. Der Hub trete neben die baramundi Management-Suite für Unified-Endpoint-Management (UEM), die weiterhin als On-Premises- oder Software-as-a-Service-(SaaS)-Variante verfügbar bleibe.

Halle 7A, Stand 326, www.baramundi.com

ManageEngine, eine Geschäftssparte der Zoho Corporation, will mit Zia Agents eigene KI-Agenten in sein gesamtes Portfolio integrieren. Diese sollen komplexe IT- und IT-Sicherheitsaufgaben eigenständig koordinieren und ausführen. Dabei kommen nach Anbieterangaben Schutzmechanismen für Governance, Datenschutz und Datensouveränität zum Einsatz. Zudem erhalte der SaaS Manager Plus vier auf das KI-Management ausgerichtete Funktionen: native Integrationen, einen SaaS-Insights-Agent, einen Model-Context-Protocol-(MCP)-Server sowie Funktionen zur Erkennung von Schatten-IT, die laut Hersteller auf der tatsächlichen Browsernutzung basieren. Am Stand will das Unternehmen darüber hinaus bislang unveröffentlichte Studienergebnisse zur Cyberresilienz im deutschen Industriesektor vorstellen. Ein weiteres Thema sei der ManageEngine Marketplace, über den der Anbieter seine Plattformen für Partner, Entwickler und Kunden öffnen will.

Halle 7, Stand 730, www.manageengine.com/de/

[BILDPLATZHALTER: Publikumsmagnet Forenprogramm. Bildunterschrift: „BSI-Präsidentin Claudia Plattner bei ihrem Vortrag auf der it-sa 2025. Auch 2026 sind die offenen Foren inmitten der Ausstellung frei zugänglich.“ Foto: NürnbergMesse/Frank Boxler]

[BILDPLATZHALTER: Klemmbaustein-SOC am Axians-Stand auf der it-sa 2025. Bildunterschrift: „Rund um die Uhr im Dienst, nie krank, keine Überstundenzuschläge: das Klemmbaustein-SOC am Axians-Stand auf der it-sa 2025.“ Foto: NürnbergMesse/Frank Boxler]

Dienstleistungen und Managed Services

Mit IT-Sicherheitsberatung, Incident-Response, Penetrationstests und Red Teaming ist cirosec in diesem Jahr vertreten. Das Heilbronner Unternehmen will dort Einblicke in aktuelle Projekte sowie in neue Methoden der Angriffserkennung und -abwehr geben und bringe vier Technologiepartner mit: Zero Networks liefere eine agentenlose Mikrosegmentierung, die ohne zusätzliche Hardware und mit automatisch erzeugten Regeln auskomme und jedes IT- oder OT-Asset mit einer eigenen „Firewall-Blase“ umgeben soll, um laterale Angriffe zu stoppen. BloodHound Enterprise von SpecterOps zeige Angriffspfade in Active-Directory- und Microsoft-365-Umgebungen und soll Problemstellen priorisieren und quantifizieren. AMPEG befasse sich mit kontinuierlichem Sicherheitsmonitoring, Abstract Security mit einer Security-Data-Pipeline: Sie sammle Logs, Events und Telemetrie aus internen Systemen und der Cloud, reduziere und normalisiere die Daten und reiche sie im jeweils passenden Format an Systeme für Security-Information-and-Event-Management (SIEM), Log-Archive oder KI-Agenten weiter – was laut Hersteller die SIEM-Kosten deutlich senken kann. Am 28. Oktober lädt cirosec ferner zu kostenfreien Deep-Dive-Sessions in den Konferenzbereich der Messe, unter anderem zu Zero Trust, zum Schutz vor Malware und Ransomware, zur Erkennung von Kompromittierungen sowie zu IT-Sicherheitsregularien. Stefan Strobel spricht dort beispielsweise zum Thema „Was ein CISO für 2027 wissen muss“.

Halle 7, Stand 236, www.cirosec.de

IS4IT Kritis präsentiert sich gemeinsam mit IBM, IS4IT, IS4IT Schweiz und der Sievers-Group. Das Angebot am Gemeinschaftsstand reiche von Identitätsmanagement, Security-Operations-Centers (SOCs) und Security-Testing über OT-, Cloud- und Infrastruktursicherheit bis hin zu Hochleistungsspeichern, Quantenresilienz und KI-Lösungen auf Basis von IBM watsonx. Am 27. Oktober sei zudem der Forensiker und zweifache Bob-Olympiasieger Johannes Lochner am Stand zu Gast.

Halle 8, Stand 101, www.is4it.de

Seine Managed-Detection-and-Response-Angebote (MDR) rückt ESET in den Vordergrund des Messeauftritts. ESET MDR und ESET MDR Ultimate sollen rund um die Uhr überwachen: Telemetrie und Threat-Intelligence liefern Kontext, Analysten priorisieren und reagieren. Als Bestandteil eines größeren Pakets sind die Dienste zudem als ESET Protect MDR beziehungsweise „Ultimate“ auf Basis der ESET-Protect-Plattform erhältlich. Nach Angaben des Herstellers ereignete sich im zweiten Quartal 2026 ein Viertel der erfassten Sicherheitsvorfälle außerhalb der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr – von der Erkennung bis zur Behebung sollen im Mittel sechs Minuten vergehen. Für Ende September hatte ESET zudem eine Erweiterung seines B2B-Portfolios angekündigt, die zusätzliche Schutzmechanismen für autonome KI-Agenten in die Protect-Platform einbinden soll. Anlass sei eine eigene Untersuchung von rund 900 000 sogenannten AI-Skills aus verbreiteten Repositories – 25 000 davon stufte der Anbieter als verdächtig ein, mehr als 3000 als bösartig. Solche Skills könnten Daten abgreifen, Malware nachladen oder das Verhalten eines Agenten manipulieren.

Halle 9, Stand 434, www.eset.com/de/

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